Karbonflora am Bifertengrätli
Die Sedimente am Bifertengrätli finden ihren Ursprung in der Karbonzeit: Das Klima war feucht-warm, so dass eine reiche Flora von baumähnlichen Pflanzen gedeihen konnte, welche bis zu 30 Meter in die Höhe wuchsen. Die karbonische Flora konnte sich auf dem Land unendlich ausweiten, da es zu jener Zeit noch keine grossen, pflanzenfressenden Wirbeltiere gab.
Von Zeit zu Zeit wurden die Pflanzen auf den flachen Ebenen überschwemmt, starben ab und wurden im Schlamm der gewaltigen Mooren eingebettet. Aus diesen Mooren bildeten sich später Kohlenlager, zu denen heute die grössten Kohlenvorkommen der Erde gehören.
Die eingebetteten Karbonsedimente wurden während der variskischen Gebirgsbildung ins Aarmassiv eingefaltet. Durch erneute Hebungen und Faltungen des variskischen Gebirges am Ende der Karbonzeit wurden die Kohlenserien zwischen das kristalline Grundgebirge eingefaltet und wurden so mancherorts wieder an die Oberfläche befördert.
Am Bifertengrätli treten solche kohleführenden Karbonsedimente als 150 m mächtiger kontinuierlicher Schichtverband auf. Erst im Jahre 1879 wurde die Karbonflora am Bifertengrätli entdeckt. Heutzutage gelten die Sedimante als älteste fossilführende Gesteine der Schweiz.
Das Bifertengrätli erreicht man am besten im Rahmen einer Mehrtagestour mit Übernachtung in der Fridolinshütte SAC. Da es keinen ausgewiesenen Wanderweg auf das Bifertengrätli gibt, bucht man am besten eine geführte Entdeckungsreise mit dem einheimischen Geologen und Geoguide Mark Feldmann.