Die Sage vom Martinsloch
Um die Existenz des Felsenfensters erklären zu können, wurden verschiedene Sagen ins Leben gerufen. Die am meisten verbreitete Geschichte erzählt vom Schafhirten Martin, der auf der Elmer Seite der Tschingelhörner seine Tiere hütete. Eines Tages kam ein Riese von Flims her den Berg hinauf und wollte die Schafe stehlen. Martin aber verteidigte tapfer seine Tiere und warf seinen schweren Stock nach dem Riesen. Doch anstatt diesen zu treffen, prallte der Stock mit dem spitzen Ende voran in die Felswand. Mächtiges Donnern und Grollen ertönte und grosse Steine rollten Richtung Tal. Wo der Stock die Felswand getroffen hatte, war nun ein dreieckförmiges Loch zu sehen. Das Martinsloch.
Hier ein Auszug der originalen Sage im Glarner Dialekt:
Det i de Elmer Berge,
i ruucher Felsewand,
da glaret wen es Tänggmales
Wunder still i ds Land.
Im grosse Tschingelhore,
dem breite Felseploch,
dur d'Bergwand dure broche,
liit unig ds Martinsloch....
Der vollständige Text kann werden
oder sie lauschen der Sage auf Youtube gesprochen von Kaspar Hefti (Gemeindeschreiber von Elm)
Wegbeschreibung
Den Zustieg zum Martinsloch sollten nur sehr geübte Wanderer wagen. Von Flims aus nimmst du den FlemXpress bis zur Segneshütte. Von da aus überquerst du die imposante Landschaft des unteren Segnesboden, immer mit den Tschingelhörnern im Blick. Das Martinsloch kannst du nach der ersten erfolgreich gemeisterten Steigung vom unteren Segnesboden auf eine weitere Hochebene sehen. Von dieser steinigen Hochebene nimmst du nun das direkt vor dir liegende Martinsloch in den Angriff. Die Route (T5 Level Flimser Seite) führt über einen nicht markierten Weg durch eine steile Geröllhalde bis zum Martinsloch. Der Weg ist felsschlaggefährdet und sollte nur mit entsprechender Ausrüstung begangen werden. Vom Martinsloch aus bietet sich dir eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Gipfel. Nun hast du die Möglichkeit, direkt nach Elm abzusteigen oder umzukehren und einen Stopp für einen leckeren Kaiserschmarrn in der Mountain Lodge am Segnespass einzulegen, welche wenige hundert Meter rechts vom Martinloch entfernt zu finden ist
Natürlich kann das gigantische Martinsloch auch einfach nur aus der Ferne bestaunt werden.