Der Felssturz am Kärpf

Wenn der Berg kommt

Der Felssturz am Kärpf hoch oben über Elm, welcher am 29. September 2007 um 15:16 Uhr niederging hat das Glarner Bergpanorama für immer verändert. Der deutschen Bergwanderer O. Adolph befand sich genau zu diesem Zeitpunktgenau in der Nähe und konnte das eindrücklich Naturschauspiel im Detail fotografieren.

Zuerst das Rumpeln

Zur selben Zeit sitzen die paar Berggänger friedlich vor der Leglerhütte und lauschen einem stuandigen Rumpeln. Hüttenwart Romano Frei hat festgestellt, dass der Spalt zwischen dem Turm östlich des Kärpftors und dem Grat ständig grösser wird. Es ist drei Uhr. Zehn Minuten später bricht ein Stück ab. Dann scheint Ruhe einzukehren. «Der Rest könnte dann auch mal noch kommen», wirft der Hüttenwart in die Runde. Irgendwann einmal werde das sein, denken sie. Jedoch kommt es 15 Minuten später zu einer deutlichen Veränderung am Horizont. Fels zerstiebt in tausend Brocken. Der grosseTurm östlich des Kärpftors neigt sich nach vorn, rutscht ab und kippt schliesslich vornüber. Der zuvor kompakt wirkende Fels zerstiebt in tausend Brocken. «Es lief ab wie eine Sprengung», sagt Fridolin Brunner.

Deshalb kames zum Felssturz

Schon im Jahr 2005 war aus dem Kärpf ein grosses Stück Fels abgebrochen: rund 20 Meter hoch und 10 Meter breit bei den Kärpfmannen. Weitere zehn Jahre zuvor hatte der Kärpf eine Scharte mehr bekommen, als ein Kärpfmann vornüber gekippt und bergab gestürzt war. Der Geologe Klaus Louis-Meier hatte das Material auf zwischen 20 000 und 50 000 Kubikmeter Gestein geschätzt und schon damals vorausgesagt, dass sich immer wieder Material lösen könnte.

Der Glarner Geologe Mark Feldmann äussert sich zum neuesten Felssturz, dass es sich um älteres Verrucano-Gestein aus der 260 Mio. Jahren zurückliegenden Perm-Zeit handle. Er verweist auf die Deckenüberschiebung, dank welcher älteres Gestein über bedeutend Jüngeres zu liegen kam. «Es kam zu einem immensen Druck und grosser innerer Spannung.» Das spröde Gestein sei der Erosion viel stärker ausgesetzt als etwa massiver Granit. «Nach und nach löst sich das nun ab»

(Quelle: DIE SÜDOSTSCHWEIZ | DIENSTAG, 2. OKTOBER 2007)

Wenn Sie mehr über die Entstehung von Berg- und Felsstürzen erfahren und die "Absturzstelle" am Käpf aus nächster Nähe erkunden möchten bietet unser Geoguide und Geologe Mark Feldmann (www.geo-life.ch) spannende Exkursionen an.

Auch von der Leglerhütte (siehe beschrieb Anreise), bietet sich ein umfassender Blick auf den "jüngsten" Gratzug am Kärpf.

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