Der Bergsturz von Elm

Eine durch Menschen verursachte Katastrophe

Vorgeschichte


Das Schiefergeschäft prägte die Geschichte des Sernftals über Jahrhunderte ganz entscheidend. Die rege Nachfrage im In- und Ausland, vor allem in Deutschland, verhalf den verschiedenen Konzes­sionsbetrieben zu einträglichen Profiten. Unsachgemässer Schieferabbau führte jedoch dazu, dass sich am 11.09.1881 um 17.15 Uhr elf Millionen Kubikmeter Fels vom Tschingelberg lösten.


Der Bergsturz


Der Tschingelbach wird verschüttet, und die Schiefermagazine sowie die Wirtschaft zum Martinsloch verschwinden unter den Gesteinsmassen. Es wird panikartig mit dem Aufräumen begonnen. Aus dem Dorf eilen Unerschrockene zu Hilfe.


17 Minuten später scheint der Berg zu bersten. Eine mächtige Schuttmasse fliegt über den Schieferbruch hinweg und verwandelt den grünen Wiesengrund im Untertal in eine graue Wüste. Panikartig verlassen die Leute ihre Heimstätten. besessen davon, das Nötigste noch zu retten.


Knapp vier Minuten später geschieht das Entsetzliche. Der ganze Plattenbergkopf bricht zusammen. Die riesigen Gesteinsmassen drängen sich in einer den Himmel verfinsternden Staubwolke talwärts, verschlingen die Fliehenden am Düniberg, begraben den ganzen Dorfteil in Untertal und zerschmettern Wohnhäuser und Ställe bis hinunter ins Aeschen.


Zurück bleibt ein riesiges Grab. 114 Menschenleben sind ausgelöscht. Unter den Felsmassen liegen 90 Hektare fruchtbarer Boden, ein beträchtlicher Waldbestand, 83 Gebäude und das ganze Schieferbergwerk – die Verdienstquelle zahlreicher Einwohner.


Am anderen Tag treffen die ersten Hilfsmannschaften ein, doch es gibt keine Verletze zu bergen. Am folgenden Mittwoch nimmt die ganze überlebende Gemeinde auf einer Matte oberhalb der Kirche lautlos für immer Abschied.


(Quelle: Elm-Sernftal Tourismus)


Was die Geologen sagen


Die Frage nach der Ursache oder gar Verantwortung für den Bergsturz konnte nicht klar beantwortet werden. Keiner der herbeigerufenen Geologen und Ingenieure wollte eine präzise Antwort geben. Sie liessen aber durchblicken, dass man ein Gestein, welches den Regengüssen allseits Hunderte von Spalten, Rissen und Schrunden zum Einsickern darbietet, nicht ungestraft durchwühlen dürfe. Die Fachleute stellten weiter fest, dass die Anrisslinie des Abbruches, welche ungefähr 620 Meter über dem Talgrund ansetzte, durch Wald und Weidegrund führte. Die Hauptmasse des Bergsturzmaterials (insgesamt etwas mehr als die Hälfte ) stammte jedoch aus einer Höhe von etwa 350 bis 400 Metern. Sie hatte sich auf einer Strecke von mehr als 300 Metern gelöst und war über eine ebenfalls bereits angerissene Schutthalde hinuntergestürzt.


(Quelle: Schweizer Alpen-Club SAC)


Steht man vor der Dorfkirche in Elm und blickt links vorbei am Kirchturm in Richtung Süden ist die kahle Bergsturzwand gut ersichtlich.

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